Windpocken brechen 8 Tage bis 4 Wochen nach Ansteckung aus, zumeist nach etwa 2 Wochen. Infizierte sind bereits 1-2 Tage ansteckend, bevor der Ausschlag zu sehen ist.
Die Ansteckungsgefahr endet, wenn alle Bläschen verkrustet sind (in der Regel 5 bis 7 Tage nach Beginn des Ausschlags).
Wichtiges Rechtliches für Betroffene zu wissen: Eine Impfpflicht besteht nicht. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Personen ohne ausreichenden Immunschutz bei engem Kontakt zu einer an Windpocken erkrankten Person anstecken und in der Folge auch weitere Personen anstecken können, relativ hoch. Das Risiko der Weiterverbreitung der Windpocken ist dabei in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kitas besonders hoch. Enge Kontaktpersonen, die nicht gegen Windpocken geimpft sind und die Erkrankung auch nicht nachweislich durchgemacht haben, sollten daher die Schule oder Kita in der Regel für 16 Tage nicht betreten.
Das Gesundheitsamt prüft hier im Einzelfall, ob die Anordnung eines Betretungsverbots vorübergehend erforderlich ist. Rechtliche Grundlage für das Betretungsverbot ist das Infektionsschutzgesetz (IfSG) in Verbindung mit den fachlichen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Betroffenen werden individuell über die rechtlichen Hintergründe aufgeklärt.
Selbstverständlich können die Betroffenen in Absprache mit der Schule auch während des Betretungsverbotes z.B. online oder in anderer nicht präsenter Form am Unterricht teilnehmen.
Wichtiges Medizinisches für Betroffene zu wissen: Windpocken verlaufen bei gesunden Kindern zwar meist harmlos, aber später im Leben kann dies zu Gürtelrose (= Herpes Zoster) führen, da die Viren weiter im Körper schlummern. Dort können sie viele Jahre später (bspw. durch ein geschwächtes Immunsystem) wieder aktiv werden und eine Gürtelrose verursachen.
Übrigens: Eine Zoster-Erkrankung wie die Gürtelrose ist eine von innen verursachte Infektion, die meist Jahre nach einer Windpockenerkrankung auftreten kann. Hierbei ist nur die virushaltige Bläschenflüssigkeit infektiös. Der Betroffene sollte deshalb die Bläschen zum Schutz seiner Umgebung gut abdecken und auf eine gute Händehygiene achten. Obwohl es sich um das gleiche Virus handelt, ist die Gürtelrose deutlich weniger ansteckend.