Auszeichnung wird in Kassel vergeben
Der Deutsche Sprachpreis wird seit 1984 von der Henning-Kaufmann-Stiftung vergeben. Die Ehrung ist mit 10.000 Euro dotiert und zeichnet einen sorgfältigen Sprachgebrauch sowie ein gutes und verständliches Deutsch aus. Seit 2022 wird der Deutsche Sprachpreis in Kassel verliehen.
Harald Martenstein erhält den Sprachpreis 2026
In diesem Jahr verleiht die Henning-Kaufmann-Stiftung den Deutschen Sprachpreis an den Kolumnist, Essayist, Reporter und Romanautor Harald Martenstein für seine Verdienste um die deutsche Sprache.
Über den Preisträger
Harald Martenstein ist einer der renommiertesten Kommentatoren politischer, kultureller, sprachlicher und vor allem alltäglicher Vorgänge, Vorkommnisse und Karambolagen. Seine Sprachkunst zeigte er auch in Romanen, darunter Heimweg (2007), Gefühlte Nähe (2010) und Wut (2021).
Er begann seine journalistische Laufbahn als Redakteur der Stuttgarter Zeitung. Von 1988 bis 1997 arbeitete er beim Tagesspiegel, danach bei der Münchner Abendzeitung, anschließend wiederum beim Tagesspiegel. Von 2002 bis 2026 schrieb er die Kolumne Lebenszeichen, später gezeichnet mit Harald Martenstein, für die Zeit. Für Geo schrieb er Reportagen und Essays, für die Welt am Sonntag verfasst er die Kolumne Neben der Spur. Seit Anfang 2026 schreibt er für Bild die Kolumne Mail von Martenstein.
Er war „die Säule des Zeit-Magazins“, er wurde als „König der Kolumnisten“ gerühmt. Denn er schreibt glänzende Kolumnen, sogar solche übers Kolumnenschreiben. Sprachkolumnen lehnt er ab. Seine eigenen sind allerdings vorzüglich. Axel Hacke bestritt, dass Hartenstein „gut“ sei, er sei nämlich brilliant.
Martenstein wurde bereits mehrfach für sein journalistisches Können ausgezeichnet, so mit dem Egon-Erwin-Kisch Preis (2004), dem Henri-Nannen-Preis (2008), dem Theodor-Wolff-Preis (2012) und dem Medienpreis für Sprachkritik (2023). Er wurde aber auch angefeindet wegen seines gelegentlichen Mangels an politischer Korrektheit, etwa in der Frage des Genderns und wegen Ausdrücken wie Dickensteuer und Gutmensch.
Den Deutschen Sprachpreis erhält Martenstein dafür, dass er das publizistische Handwerk meisterhaft beherrscht, und dafür, dass er es mit Respekt vor und in Verantwortung für die deutsche Sprache ausübt. Er wird dafür ausgezeichnet, dass sein Deutsch zeitgemäß und verständlich ist, dafür, dass seine Texte witzig, reflektiert, elegant und lesbar, mitunter sarkastisch, manchmal wütend, aber nie ins Korsett politischer Korrektheit eingeschnürt sind, und dafür, dass er sein gutes, anspruchsvolles und oft schönes Deutsch „unters Volk“ bringt.
Preisverleihung im Rathaus
Der Preis wird am 12. Juni 2026 um 18 Uhr im Rathaus der Stadt Kassel überreicht. Die Laudatio wird von Julia Klöckner, der Präsidentin des Deutschen Bundestages, gehalten werden. Wenn Sie gerne an der Preisverleihung teilnehmen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an infohenning-kaufmann-stiftungde