Kulturpreis der Stadt Kassel

Der Kulturpreis der Stadt Kassel wurde auf Initiative der Kunst- und Kulturkommission im Jahr 1987 gestiftet und wird jährlich ohne Beschränkung auf eine bestimmte Kunstrichtung an drei Personen oder Projekte verliehen.

Auch 2021 wieder herausragende Projekte gewürdigt

Der Magistrat der Stadt Kassel hat entschieden, den Kulturpreis der Stadt Kassel 2021 in Höhe von jeweils 3.000 Euro an „KolorCubes e. V.“ sowie an den „Sandershaus e. V.“ zu verleihen. Der Kulturförderpreis der Stadt Kassel 2021 in Höhe von 1.500 Euro geht an das „Zentrum für Interkulturelle Musik e. V.“. Zudem verleiht die Stadt Kassel einen undotierten Sonderpreis an die „Virtuelle Bühne Kassel e. V.“. Kulturdezernentin Dr. Susanne Völker führt dazu aus: 

Kooperation, Solidarität und Zusammenhalt waren und sind Schlüsselfaktoren für den Umgang mit den noch immer andauernden Herausforderungen der Corona-Pandemie im Kulturbereich. Die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Kulturpreises der Stadt Kassel verwirklichen dies auf beeindruckende Weise.

Weiterhin betont sie: "Zudem ermöglichen sie einem breiten und diversen Publikum Zugang zu Kultur und damit zur Auseinandersetzung mit wesentlichen Diskursen unserer Zeit. Durch diese Zugänge, sei es durch öffentliche Wandgemälde, teilhabeorientierte Kulturangebote, Begegnungen im Zeichen von Musik oder Sichtbarkeit und Vernetzung durch digitale Streamingformate, leisten sie einen wichtigen Beitrag für den kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhalt.  Wir freuen uns, diese wichtigen Initiativen mit dem Kulturpreis der Stadt Kassel 2021 auszuzeichnen und in ihrer Arbeit zu stärken und zu unterstützen.“

KolorCubes, v.l.n.r.: Dustin Schenk, Sarah Menzel, Stefan Gebhardt (Team KolorCubes)

KolorCubes: Trägt großflächige Kunstwerke in die Öffentlichkeit

Das Internationale Graffiti und Kunstvermittlungs-Projekt KolorCubes widmet sich der Planung, Durchführung und Vermittlung großflächiger Wandgestaltungen in Kassel. Im sogenannten Schillerviertel beheimatet, sind dadurch mittlerweile mehr als 30 Fassaden und Wände zur „Public Art Gallery“ herangewachsen - einer großformatigen Freiluft-Galerie im östlichen Stadtgebiet. Der WorkSpace des Vereins in einer ehemaligen Ofenfabrik ist Arbeitsstudio und Kreativzentrum, das auch für künstlerische Projekte anderer Kulturschaffenden sowie für temporäre Ausstellungen zur Verfügung steht. Im Jahr 2018 entstand in Zusammenarbeit mit der Kasseler cdw-Stiftung ein kostenfreier Audio-Guide zur Street Art in Kassel, der auf einem fußläufigen Parcours die großflächigen Wandarbeiten und zahlreiche Graffiti-Künstlerinnen und -künstler vorstellt. Mit „Kultur in Bewegung“ rief KolorCubes in 2020 eine Stadtteile übergreifenden Kultur-Spaziergang ins Leben, bei dem sich rund 25 Kulturinitiativen an verschiedenen Stationen dem Publikum präsentieren konnten. Dieses Konzept wurde auch im Jahr 2021 erfolgreich weitergeführt.

Sandershaus, hinten v.l.n.r. : Jessi Marshal, Mohammad Majbour, Tina Schönfelder, Daniel Westhof, Arturo Leyton, Andrew Ellis, Heiko Kannenberg, Rolf Wachs, Flavius Vesely, Friedhelm Reimann. vorne v.l.n.r.: Johannes Paul, Thilo Trumpoldt, Frank Schmidt, Daniel Cromm (Team Sandershaus)

Sandershaus: Lebt Soziokultur par excellence

Der  Sandershaus e.V. hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2016 ein facettenstarkes Profil erarbeitet. Das Sandershaus als Sitz des Vereins ist kultureller Veranstaltungsort mit zwei Bühnen, Café, Bar, Hostel, Workshopräumen und Unterkunft für Geflüchtete in einem Gebäude. Neben Workshops finden dort regelmäßig Konzerte, Lesungen und Filmvorführungen von Kasseler Künstlerinnen und Künstlern sowie von gastierenden Ensembles und Bands statt. Das Spektrum der Konzerte umfasst Rock bis Punk, geht über Singer/Songwriter, Jazz und Weltmusik bis hin zu House. Viele der Konzerte werden anstelle eines festen Eintrittspreises auf Basis eines Spendenmodells organisiert: So werden auch Menschen mit geringem Einkommen als Kulturbesucherinnen und Konzertbesucher gleichrangig mit einbezogen.

Ulli Götte (1. Vorsitzender und Gründer des ZfIM)

Zentrum für Interkulturelle Musik: Vermittelt die Musik der Welt

Der Verein Zentrum für Interkulturelle Musik wurde 2017 von professionellen Musikerinnen und Musikern in Kassel mit dem Ziel gegründet, Musik aus verschiedenen Kulturen der Welt praxisnah zu vermitteln. Mit mehrtägigen Musikfestivals und zahlreichen Workshops richten sich die Angebote des Vereins an Menschen in ihrer kulturellen Verschiedenheit. Diese Angebote sollen zur musikalischen Horizonterweiterung und zum gegenseitigem Respekt beitragen. Der Anspruch dabei ist, interkulturelle Begegnungen und eine Basis für kulturellen Austausch zu fördern. Die im Zentrum für interkulturelle Musik engagierten Musikerinnen und Musiker eint nicht nur ein jeweils künstlerisch-professioneller Hintergrund, sondern auch eine explizit pädagogische sowie eine interkulturelle Kompetenz, die in die alltägliche Arbeit einfließt.


Virtuelle Bühne Kassel, v.l.n.r.: Dominik Scharf, Tim Koglin, Leo Feisthauer (Vorstand der Virtuellen Bühne Kassel e.V.)

Virtuelle Bühne Kassel: Virtuelle Bühne Kassel

Die im März 2020 gegründete Virtuelle Bühne Kassel reagierte einerseits konkret auf den Lockdown durch die Corona-Pandemie, andererseits auf die grundsätzliche Verschiebung vieler Lebensbereiche ins Virtuelle. Als Veranstaltungsort, kreativer Freiraum, Galerie und Markt bietet die Virtuelle Bühne Kassel einen dynamischen und zeitgemäßen Zuwachs für die Kasseler Kunst- und Kulturszene im Internet. Dabei ist sie offen für alle Genres und vielfältige Formate – die bisherigen Veranstaltungen reichen über Konzerte, Performances, Lesungen, Fotos, Gemälde bis hin zu Memes. Bespielt werden kann und soll die Virtuelle Bühne von Künstlerinnen und Künstler aus dem professionellen und semi-professionellen Bereich. Insbesondere für die Durchführung von Livestreams bietet die Virtuelle Bühne Raum, Technik und Know-How und steht für Kooperationen zur Verfügung.

Preisverleihung im Dezember

Die Verleihung des Kulturpreises der Stadt Kassel 2021 findet am Sonntag, 5. Dezember 2021, um 11.30 Uhr statt. Geplant ist ein hybrides Format: Im Schauspielhaus des Staatstheaters Kassel werden die Preisträgerinnen und Preisträger voraussichtlich mit begrenzter Publikumszahl geehrt, zusätzlich wird die Veranstaltung per Livestream an ein Online-Publikum übertragen.

Über den Kulturpreis

Die Corona-Pandemie hat das Leben vieler Kasseler Kulturschaffender auf den Kopf gestellt und in eine finanzielle Schieflage versetzt. In der Crowdfunding-Kampagne „Ohne Kultur isses für’n Arsch“ rief der KulturBahnhof Kassel e. V. daraufhin dazu auf, für die Kulturszene in Kassel Klopapier zu hamstern. Für 50 Euro konnte man ein Blatt hochwertiges Klopapier erwerben, das von Hand mit einer Zeichnung des Kasseler Karikaturisten Gerhard Glück bestempelt worden war. Mit dem gesammelten Geld in Höhe von 54.000 Euro von mehr als 500 Spenderinnen und Spendern wurden zahlreiche kulturelle Einrichtungen, Initiativen und Einzelkunstschaffende unterstützt: ein Zeichen der Solidarität, des Zusammenhalts und der Bedeutung der freien Szene für Kassels Kultur.

Seit 1987 vergibt die Stadt Kassel einen Förderpreis für herausragende Kulturprojekte aus allen Sparten. Der Kulturförderpreis wurde 2018 in den Kulturpreis der Stadt Kassel sowie den Kulturförderpreis umgewandelt, die mit insgesamt 7.500 Euro dotiert sind.

Er wird jährlich ohne Beschränkung auf eine bestimmte Kunstrichtung an drei Preisträger verliehen. Über die Vergabe des Kulturpreises entscheidet der Magistrat der Stadt Kassel auf Vorschlag der kulturpolitischen Sprecher aller Fraktionen. 

Alle Preisträger auf einen Blick