Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor

Die Stiftung Brückner-Kühner vergibt seit 1985 den „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“ und seit 2004 den „Förderpreis Komische Literatur“. Die Stiftung wurde von dem berühmten Kasseler Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner (beide 1921–1996) ins Leben gerufen.

Literaturpreis 2027 geht an Kirsten Fuchs

Für ihr literarisches Werk zeichnet die Stiftung Brückner-Kühner 2027 Kirsten Fuchs mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor aus, welcher mit 10.000 € dotiert ist. Die Schriftstellerin ist in Kassel nicht unbekannt, da sie bereits im Jahr 2016 mit dem Förderpreis Komische Literatur ausgezeichnet wurde. Bei ihrem Auftritt während der Komischen Woche 2025 in der Remise des Palais Bellevue ließ sie mit ihren Texten kein Auge trocken – vor Lachen! 

Die Preisverleihung findet am 20. März 2027 im Stadtverordnetensaal des Kasseler Rathauses statt.

Kirsten Fuchs beherrscht eine besondere Kunst: Sie bringt uns zum Lachen und im selben Moment zum Nachdenken. Dass aus der Förderpreisträgerin von 2016 nun die Trägerin des Kasseler Literaturpreises für grotesken Humor wird, freut mich ganz besonders: sie ist eine großartige Botschafterin für die besondere Wirkungskraft des Genres.

Oberbürgermeister Sven Schoeller

Begründung des Stiftungsrats

„Ob als Bühnen-Performance oder für stilles Lesen zwischen zwei Buchdeckeln – die Texte von Kirsten Fuchs sind immer ein überraschendes, intensives und hochkomisches Erlebnis. Vom Debüt „Die Titanic und Herr Berg“ bis zum Erzählband „Muttermund tut Wahrheit kund“ und vom Titel bis zur letzten Zeile sind ihre Romane, Erzählungen, Kinderbücher oder Kolumnen intelligent, präzise und politisch pointiert geschrieben und dabei stets von einer umwerfenden, mal feinen, mal derben Sprachkomik. Gegenwärtige Diskurse bürstet die Autorin mit lebensweltlichem Humor und literarischer Souveränität gewitzt und charmant gegen den Strich. Dazu nutzt sie vielfältige Spielarten des Grotesken, seien es Tabubrüche oder vermeintlich banalste Kalauer, um literarisch Zeitkritik zu üben und dabei ihr Publikum perfekt zu unterhalten.“

Über Kirsten Fuchs

Kirsten Fuchs wurde 1977 in Chemnitz geboren und wuchs in Berlin auf, wo sie auch heute noch lebt. Dort absolvierte sie eine Ausbildung zur Tischlerin. 2003 gewann Fuchs den Berliner Literaturwettbewerb Open Mike, seither hat sie einen festen Platz in der jüngeren deutschen Literatur. Kirsten Fuchs ist als Mitglied verschiedener Berliner Lesebühnen aktiv und gründete 2014 Lesebühne „Fuchs & Söhne“ in Berlin-Moabit. Daneben schreibt Fuchs auch Theaterstücke. Ihr Werk wurde vielfältig ausgezeichnet, darunter auch der Kasseler Förderpreis für komische Literatur 2016 Fuchs charakterisiert ihre Erzählweise durch einen trocknen Humor und ein Gespür für gute Geschichten.

Statuette

Über den Literaturpreis

Loriot, Robert Gernhardt, Gerhard Polt, Dieter Hildebrandt, Helge Schneider, Karen Duve, Felicitas Hoppe, Heinz Strunk, Marc-Uwe Kling – sie alle sind Trägerinnen oder Träger des Kasseler Literaturpreises für grotesken Humor. Die seit 1985 jährlich verliehene Auszeichnung stiftete das Kasseler Dichterpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis zeichnet Autorinnen und Autoren aus, deren Werk von Komik und Groteske auf hohem künstlerischen Niveau geprägt ist. Die Vergabe erfolgt nicht aufgrund eines Wettbewerbs oder der Begutachtung von eingereichten Arbeiten, sondern einzig und allein aus der Beobachtung des Literaturbetriebs durch den Stiftungsrat. Die Kasseler Sparkasse unterstützt den Preis. Die Firma Hübner stiftet die Preisskulptur.


Förderpreis Komische Literatur

Die Ausschreibung für den Förderpreis 2027 wurde im Sommer geschlossen. Der Preisträger oder die Preisträgerin wird im Herbst 2027 bekanntgegeben.

Über den Förderpreis Komische Literatur

Der Förderpreis Komische Literatur wird seit 1999 vergeben, ist mit 3.000 Euro dotiert und für Autorinnen und Autoren der komischen Literatur gedacht, die noch am Anfang oder einer frühen Phase ihrer schriftstellerischen Laufbahn stehen (und dem Stiftungsrat von ihren Verlagen vorgeschlagen werden). Die Einreichungsfrist endet jeweils am 30. Juni. 

Ausgezeichnet wurden bisher: Frank Schulz (1999), Jochen Schmidt (2004), Tilman Rammstedt (2005), Jess Jochimsen (2006/2007), Philipp Tingler (2008), Michael Stauffer (2009), Rebekka Kricheldorf (2010), Jan Neumann (2011), Tino Hanekamp (2012), Wolfram Lotz (2013), Arno Camenisch (2015), Kirsten Fuchs (2016), Ferdinand Schmalz (2017), Dagmara Kraus (2018), Jakob Nolte (2019), Chrizzi Heinen (2020), Lukas Linder (2021), Anaïs Meier (2022), Noemi Somalvico (2023), Nele Pollatschek (2024), Stefanie Sargnagel (2025) und zuletzt Barbi Marković (2026).

  • Die Stiftung wurde 1984 von den Schriftstellern Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner ins Leben gerufen. Der Stiftungsrat bestimmt als Jury die Personen, die mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor und dem Förderpreis Komische Literatur ausgezeichnet werden.
  • Das Dichterhaus Brückner-Kühner liegt in der Gartenstadt Auefeld und war seit Mitte der sechziger Jahre der Wohn-, Lebens- und Arbeitsmittelpunkt des Schriftstellerpaares Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner (beide 1921–1996). Besichtigungen sind im Rahmen einer Führung möglich.