Aviäre Influenza / Geflügelpest / Vogelgrippe

Stadt Kassel hebt die Stallpflicht für Geflügel ab Samstag, 8. Mai 2021 auf, Biosicherheitsmaßnahmen sind aber weiterhin konsequent zu beachten

Die Zahl der Fälle von Vogelgrippe ist derzeit deutschlandweit rückläufig. Vor dem Hintergrund einer sich zumindest tendenziell entspannenden Seuchensituation hebt das Amt Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit (Veterinäramt) der Stadt Kassel mit Wirkung vom Samstag, 08. Mai 2021 die Aufstallungspflicht für Geflügel auf. Diese war im März diesen Jahres für bestimmte Risikogebiete angeordnet worden, um Ausbrüche der gefährlichen Tierseuche zu verhindern.

Richtungsweisend für die Entscheidung zur Aufhebung der Stallpflicht war die aktuelle Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI): Das Bundesforschungsinstitut kommt zu dem Ergebnis, dass das Ausbreitungsrisiko in Wasservogelpopulationen und das Eintragsrisiko in Geflügelhaltungen und Vogelbestände derzeit als mäßig einzustufen sei. Auch das Verschleppungsrisiko zwischen Geflügelhaltungen wird als mäßig bewertet.

Betroffene Geflügelhalter sind nun zwar nicht mehr rechtlich verpflichtet, die Tiere in Ställen oder überdachten Volieren zu halten. Allerdings ist die Vogelgrippegefahr immer noch nicht vollständig gebannt und bestimmte Biosicherheitsmaßnahmen sind weiterhin ständig einzuhalten:

  • keine Tränkung mit Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben (dazu gehört z. B. auch gesammeltes Regenwasser von Dachflächen)
  • wildvogelgeschützte Fütterung (nur an Stellen, die für Wildvögel nicht zugänglich sind)
  • wildvogelgeschützte Lagerung von Futter und Einstreu
  • Früherkennung der Geflügelpest: Bei gehäuften Todesfällen (mehr als 2 % Geflügelverluste bzw. Todesfälle von 3 oder mehr Tieren in 24 Stunden) muss ein Tierarzt hinzugezogen und auf Geflügelpest untersucht werden

Auch sonst ist es ratsam, den Kontakt von Geflügel zu Wildvögeln so weit wie möglich zu vermeiden: Wer beispielsweise den nun grundsätzlich wieder erlaubten „Freilandauslauf ins Grüne“ dennoch freiwillig auf ein Minimum beschränkt, kann das derzeit als „mäßig“ eingestufte Risiko für seine Tiere deutlich weiter absenken. Denn der Frühjahrszug der Wildvögel ist noch nicht ganz zum Abschluss gekommen und von einer lediglich geringen Vogelgrippe-Gefahr kann man voraussichtlich erst bei Eintritt höherer Tagestemperaturen in den kommenden Wochen sprechen.

Aktuelle Informationen zur Geflügelpest finden Sie auch auf der Homepage des Friedrich-Löffler-Institutes