Film-Tipps aus 2025
Midsommar
© Weltkino Filmverleih GmbH, 2020
Ein Film-Tipp von Leandra Riegger
Nachdem Dani ihre Eltern und ihre Schwester verloren hat, reist sie mit ihrem Freund Christian und dessen Clique nach Schweden in ein kleines idyllisches Dorf. Zufällig bereitet die Dorfgemeinschaft während des Aufenthalts der Gruppe ein Fest vor, dass nur alle 90 Jahre gefeiert wird. Zunächst sind die Freunde fasziniert, doch je mehr sie von den Feierlichkeiten mitbekommen, desto unheimlicher erscheint das Ritual. Und schon bald verwandelt sich die sommerliche Idylle in einen wahren Albtraum.
Midsommar ist trotz der schönen Landschaftsaufnahmen und des Sonnenscheins nichts für schwache Nerven, denn der Film hat es wirklich in sich. Die teils äußerst blutigen Szenen inmitten der wunderschönen Natur sorgen für eine verstörende Atmosphäre und lassen den Film wirken wie einen Fiebertraum. Alles in allem ein ungewöhnlicher Horrorfilm mit sehr überzeugenden Schauspielleistungen und großartiger Atmosphäre.
FSK ab 16 Jahre
Standort: In der Zentralbibliothek im Erdgeschoss (Horror, Signatur Mid).
Medien werden auf Wunsch an den Standort Ihrer Wahl transportiert.
Die Fotografin
©Studiocanal, 2025
Ein Film-Tipp von Ezra Weige
Vom erfolgreichen Model und Muse der Avantgarde zur bedeutendsten Kriegsfotografin des 20. Jahrhunderts? Was nahezu unvorstellbar klingt, hat eine Frau tatsächlich gewagt: Elizabeth „Lee“ Miller.
Nach vielen Jahren unter den unermüdlichen Blicken ihrer männlichen Kollegen, wechselt Lee Miller (Kate Winslet) die Seiten und steht fortan hinter der Kamera, anstatt davor. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten, dem Kunsthändler Roland Penrose (Alexander Skarsgård), geht sie nach London und tritt kurz vor dem deutschen Blitzkrieg ihre neue Stelle bei der britischen Vogue an. Obwohl Chefredakteurin Audrey Withers (Andrea Riseborough) fest hinter Lee steht und ihr freie Handhabe lässt, kann auch Audrey ihr nicht weiterhelfen, als sie beschließt, als Fotografin an die Front zu gehen. Als sie im britischen System nicht weiterkommt, erhält sie schließlich eine Kriegsakkreditierung aus den USA, die deutlich weniger Hemmungen haben, Frauen in das Kriegsgebiet zu schicken. Mit starkem Willen und ihrer Kamera macht sich Lee auf den Weg nach Europa und begleitet dort die Streitkräfte in Kampfgebiete und zur Befreiung der Konzentrationslager.
Gemeinsam mit Lee Millers Sohn, Antony Penrose, begann Kate Winslet bereits 2016 mit der Entwicklung des Films. Über Jahre arbeiteten sie sich durch die persönlichen Archivmaterialien einer Frau, die so viel mehr war als nur Model, Fotografin, Mutter. Zusammen schufen sie ein Biopic, das tiefe Einblicke in die Beweggründe Lee Millers gibt und das die Wichtigkeit ihrer Arbeit hervorhebt. Bis heute gilt Lee Miller als eine der wichtigsten Kriegsfotografinnen ihrer Zeit und ohne sie wären die Schrecken des Zweiten Weltkrieges für die Außen- und Nachwelt nicht so greifbar gewesen.
DIE FOTOGRAFIN ist mehr als nur ein Biopic, es ist eine Hommage an eine mutige Frau, die sich nicht aufhalten ließ und die wusste, dass ihre Arbeit wichtiger ist, als alles andere, auch wenn das Erlebte sie nie wieder loslassen würde.
Standort: In der Zentralbibliothek im Erdgeschoss (Biografie Signatur Fot)
Medien werden auf Wunsch an den Standort Ihrer Wahl transportiert.
Shadowhunters - Chroniken der Unterwelt
© Constantin Film
Ein Film-Tipp von Tamara Katzmann
Clary Frey lebt in New York und studiert Kunst, doch von einem auf den anderen Tag wird ihr Leben auf den Kopf gestellt. Eigentlich wollte sie mit ihrem besten Freund Simon Lewis einen neuen Club, das Pandemonium, besuchen, als sie Zeugin eines Mordes wird. Doch niemand der Partygäste scheint etwas bemerkt oder gesehen zu haben. Der Täter trägt seltsame Waffen, sein Körper ist mit ungewöhnlichen Tattoos bedeckt, und als sich das Opfer plötzlich einfach in Luft auflöst, beginnt Clary zu hinterfragen, was sie da eigentlich gesehen hat.
Als wenige Stunden später Clarys Mutter entführt wird, bietet ausgerechnet der Mörder aus dem Club Clary seine Hilfe an. Denn Jace ist nicht der, für den ihn Clary zuerst gehalten hat. Jace gehört den Schattenjägern an, welche die Menschen vor Dämonen beschützen. So findet Clary durch Jace Zuflucht im New Yorker Institut, der Zentrale der Schattenjäger. Für sie ändert sich ab sofort alles, und sie muss sich fragen: Wer ist ihre Mutter wirklich, und welche Verbindung hat sie zur Schattenwelt?
Die erste Staffel von Shadowhunters entführt die Zuschauer in eine düstere, geheimnisvolle Welt voller Dämonen, Engel und Schattenjäger. Die Serie basiert auf der beliebten Buchreihe Chroniken der Unterwelt von Bestsellerautorin Cassandra Clare und schafft es, die komplexe Geschichte um Clary Fray und ihre Entdeckung der Schattenwelt spannend umzusetzen.
Die Mischung aus Action, Romantik und Mystery hält die Spannung konstant hoch.
Insgesamt bietet die erste Staffel von Shadowhunters eine gelungene Einführung in die Schattenjäger-Welt, die Fans der Bücher und Fantasy-Liebhaber gleichermaßen begeistern kann.
Standort: In der Zentralbibliothek im Erdgeschoss (TV-Serien Signatur Sha)
Medien werden auf Wunsch an den Standort Ihrer Wahl transportiert.
Crossing: Auf der Suche nach Tekla
© MUBI Deutschland GmbH, 2024
Ein Film-Tipp von Carolin Seehafer
Die pensionierte Lehrerin Lia (Mzia Arabuli) reist von Georgien nach Istanbul, um den letzten Wunsch ihrer Schwester zu erfüllen: die verschollene Tochter Tekla zu finden. Dort trifft sie auf Achim, einen eigensinnigen jungen Mann und ehemaligen Nachbarn von Tekla, der Lia bei ihrer Suche begleitet. In der queeren Szene Istanbuls begegnen sie der Transgender-Anwältin Evrim, die eindrucksvoll für ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben kämpft. Was als Suche beginnt, entwickelt sich zu einer Auseinandersetzung mit Fragen der Identität und den Grenzen, die Menschen voneinander trennen. Regisseur Levan Akin (bekannt durch „Als wir tanzten“) gelingt ein äußerst bewegendes Drama mit hervorragender Besetzung. Der Film bietet einerseits traurige, herzzerreißende Momente, aber auch eine bemerkenswerte Widerstandskraft, die ihn fesselnd und tiefgründig macht. „Crossing“ greift außerdem ein politisch relevantes Thema auf, denn im letzten Jahr hat Georgiens Regierung die Rechte der LGBTQ*-Community nach russischem Vorbild noch weiter eingeschränkt.
Standort: In der Zentralbibliothek im Erdgeschoss (Drama Signatur Cro)
Medien werden auf Wunsch an den Standort Ihrer Wahl transportiert.
Mrs. Taylor's Singing Club
© Leonine Distribution GmbH, 2021
Ein Film-Tipp von Carolin Orthofer
Hier gibt es nicht viel zu sehen: inmitten ländlicher Einöde steht eine Militärbasis, eine Welt, die für Außenstehende verschlossen bleibt. Die Bewohner verlassen nur selten das vertraute Areal, alles geht seinen geordneten Gang. Für die dort lebenden Kinder steht fest: hier wollen sie irgendwann raus, das wahre Leben findet woanders statt. Die Einzigen, die sich mit diesem isolierten Leben scheinbar arrangiert haben, sind die Ehefrauen des militärischen Personals. Während ihre Partner im Auslandseinsatz sind, sorgen sie daheim dafür, dass alles am Laufen bleibt. Klingt klischeehaft und das ist es zunächst auch: ihr Kosmos reicht kaum über die Außenzäune des Stützpunktes hinaus. Abwechslung im monotonen Alltag bringen Freizeitaktivitäten, die Gemeinschaft und Unterstützung vermitteln sollen, wenn es schlechte oder gar keine Nachrichten von den Einsätzen gibt und die Ungewissheit die eine oder andere mürbe macht.
Beim gemeinsamen Brainstormen kommt die zündende Idee, einen Chor zu gründen. Mit Feuereifer starten die Proben und damit auch ein Duell der zwei Hauptfiguren und Dirigentinnen: auf der einen Seite ist die pflichtbewusste und strebsame Kate, die als Ehefrau eines hochrangigen Offiziers bei sämtlichen Gelegenheiten das Zepter in die Hand nimmt. Und dann ist da noch Lisa, die mit ihrer kumpelhaften Art weiß, wie sie die anderen Frauen begeistern kann, jedoch bei ihrer pubertierenden Tochter nur schwer einen Zugang findet. Beide haben grundverschiedene Vorstellungen davon, wie die musikalische Ausrichtung des Chores angelegt werden soll. Kate legt Wert auf traditionellen Gesang und saubere Tonleiterläufe, Lisa hingegen möchte den Spaß in den Vordergrund stellen und bringt die Proben mit Rock- und Pop-Songs in Schwung. So ist es kein Wunder, dass trotz des Erfolges, der sich bald einstellt, es irgendwann zum großen Knall kommt. Finden die Beiden wieder zusammen, um den großen Auftritt in der Londoner Royal Albert Hall nicht zu gefährden?
Trotz der teils klischeehaften Darstellung der Lebensumstände der Ehefrauen überzeugt der Film mit der Botschaft, dass Musik Lebensfreude, Kraft und Trost spenden kann. Die Gesangsparts sind mitreißend und berührend vorgetragen, sodass auch mir als Chormitglied das Herz aufgeht. Kurzum: ein Film wie das Leben selbst: mal leicht und fröhlich, aber auch schwer und traurig.
Standort: In der Zentralbibliothek im Erdgeschoss (Komödie Signatur Mrs).
Medien werden auf Wunsch an den Standort Ihrer Wahl transportiert.
Die Ermittlung – Oratorium in 11 Gesängen von Peter Weiss
© Leonine Distribution GmbH, 2025
Ein Film-Tipp von Ezra Weige
Im Zentrum des Films stehen ein Richter, ein Verteidiger und ein Ankläger, die im Rahmen der Verhandlung auf Zeuginnen und Zeugen treffen, die von ihren Erlebnissen und Beobachtungen in Auschwitz berichten. Die Angeklagten werden im Prozess mit Beschreibungen der Zeugen konfrontiert und sollen Stellung beziehen.
Als gleichnamiges Theaterstück wurde „Die Ermittlung“ 1965, kurz nach Abschluss der ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesse (1963 – 1965), uraufgeführt und hat doch in den 60 Jahren nichts von seinem Schrecken verloren. Die Zeugenberichte basieren auf persönlichen Aufzeichnungen, Zeitungsartikeln und Protokollen der genannten Prozesse und spiegeln nicht nur die Erlebnisse der Opfer und Täter wider, sondern auch den gesellschaftlichen und individuellen Umgang mit den Taten und Traumata in den Jahren nach dem Krieg.
Um seine Wirkung zu entfalten setzt der Film auf die schauspielerischen Leistungen der Darsteller*innen, die in ihren Rollen mit Ausdruck, Mimik und Sprache die Zuschauenden in den Bann ziehen, ohne dass aufwendige Inszenierungen nötig sind. Die spärlich, aber präzise eingesetzte Filmmusik unterstreicht das beklemmende Gefühl, das auch nach Ende des Filmes nicht vergeht. Mit einer Spielzeit von vier Stunden auf zwei DVDs stellt der Film zwar keine leichte Kost dar, dennoch ist er einer der wichtigsten Verfilmungen unserer Zeit. „Die Ermittlung“ zeigt nichts, sagt aber alles.
Standort: In der Zentralbibliothek im Erdgeschoss (Literaturverfilmung Signatur Erm).
Medien werden auf Wunsch an den Standort Ihrer Wahl transportiert.
Arrietty - Die wundersame Welt der Borger
© Universum Film, 2010
Ein Film-Tipp von Carolin Seehafer
„Arrietty – Die wundersame Welt der Borger“ ist ein bezaubernder Zeichentrickfilm des berühmten Studios Ghibli. Er erzählt die Geschichte von Arrietty, einem winzigen Mädchen, das mit ihrer Familie unter den Dielen eines großen Hauses lebt. Ihre Familie gehört zum Volk der Borger, die sich von den Menschen unbemerkt Dinge leihen, die sie zum Leben benötigen. Eines Tages wird Arrietty von einem Jungen namens Shō entdeckt, der in dem Haus wohnt. Obwohl es für die Winzlinge gefährlich ist von Menschen gesehen zu werden, freunden sich die beiden an. Die Haushälterin Haru aber ahnt bereits etwas von den kleinen Bewohnern. Sollten sie entdeckt werden, müssten sie ihr Heim samt Hab und Gut für immer verlassen.
Der Film besticht durch seine liebevolle und märchenhafte Animation, die detailreiche Darstellung der Miniaturwelt der Borger und die herzerwärmende Geschichte über Freundschaft und Toleranz.
Bonus-Tipp: Wer nicht genug von Studio Ghibli kriegt: Erinnerungen an Marnie (EG Spielfilm Animation, Signatur Eri) und Prinzessin Mononoke (Stadtteil- und Schulbibliothek Oberzwehren) sind auch bei uns zu finden.
Standort: In der Zentralbibliothek (EG Kinderfilm, Signatur Arr) und in der Jugendbücherei (Signatur Arr).
Medien werden auf Wunsch an den Standort Ihrer Wahl transportiert.
Nebenan
© Zorro Medien GmbH, 2022
Ein Film-Tipp von Carolin Orthofer
Daniel lebt das perfekte Leben: er ist erfolgreicher Schauspieler, sieht gut aus und ihm stehen alle Türen offen, inklusive die nach Hollywood. Sein Alltag ist durchgetaktet bis zur letzten Minute, doch es gibt eine kleine Oase, in die er sich zurückzieht, wenn sein enger Zeitplan es ihm erlaubt: eine kleine, heruntergekommene Kneipe in einem ehemaligen Arbeiterbezirk von Berlin. Auf dem Weg nach London zu einem Casting für einen amerikanischen Superheldenfilm macht er dort Halt, um noch einmal ungestört für seine Rolle zu lernen. Doch die Ruhe wird von einem Gast jäh unterbrochen: er verwickelt Daniel in einen Smalltalk, betont, wie gut er all seine Filme kennt. Doch bei den oberflächlichen Schmeicheleien, in denen sich der arrogante Daniel zunächst sonnt, soll es nicht bleiben. Je länger das Gespräch dauert, desto mehr Details packt der Fremde über Daniels Privatleben aus, da er ihn heimlich überwacht. Daniel wird immer mehr in die Enge gedrängt, sein sorgfältig erbautes Kartenhaus fällt allmählich zusammen und er muss sich einem scheinbar allwissenden Gegner geschlagen geben, der einen gemeinen Plan verfolgt…
Daniel Brühl, Hauptdarsteller und gleichzeitig Regisseur, sowie Peter Kurth als perfidem Kneipengast überzeugen in diesem bitterbösen und mitunter schwarzhumorigen Psychoduell auf ganzer Linie. Vor allem Daniel Brühl merkt man an, wieviel Spaß es ihm bereitet, sich selbst aufs Korn zu nehmen, indem er sämtliche Schauspielerklischees bedient. Peter Kurth brilliert als desillusionierter, verbitterter Charakter, der mit einer Gesellschaft abrechnet, in der er nicht mehr zurechtkommt. Kurzum: ein Schlagabtausch der Extraklasse.
Standort: In der Zentralbibliothek bei den Spielfilmen unter der Rubrik Komödie (Signatur Neb).
Medien werden auf Wunsch an den Standort Ihrer Wahl transportiert.
Infam
© Studiocanal GmbH, 2020
Ein Film-Tipp von Carolin Seehafer
Infam (im Original The Children’s Hour) ist ein amerikanisches Drama unter der Regie von William Wyler, das 1961 in Schwarzweiß gedreht wurde und auf dem gleichnamigen Theaterstück von Lillian Hellman basiert. Audrey Hepburn spielt die Rolle der Karen, eine Lehrerin eines Mädcheninternats, die zusammen mit ihrer Kollegin Martha (Shirley MacLaine) in den Mittelpunkt einer verheerenden Verleumdung gerät. Denn eine rachsüchtige Schülerin verbreitet die Lüge, dass die beiden Frauen ein lesbisches Verhältnis haben, was sich negativ auf ihrer beider Leben, ihre Arbeit und ihre Zukunft auswirkt.
Der Film thematisiert Vorurteile, Schuld, Verrat und die Kraft von Gerüchten und Lügen. Er überzeugt mit zeitloser Relevanz, denn „Infam“ ist in seinem Genre nach über 60 Jahren leider auch heute noch sehr aktuell.
Ein Muss für Begeisterte von klassischen Dramen und gesellschaftlichen Themen.
Standort: In der Zentralbibliothek (EG Spielfilm, Klassiker, Signatur Inf).
Medien werden auf Wunsch an den Standort Ihrer Wahl transportiert.
Furiosa – A Mad Max Saga
© Universal Pictures Germany GmbH (Warner Bros), 2024
Ein Film-Tipp von Ezra Weige
Fast 10 Jahre nach dem sechsfachen Oscar-Gewinner „Mad Max: Fury Road“ führt uns Erfolgsproduzent George Miller zurück in das postapokalyptische australische Wasteland. Der Film setzt viele Jahre vor den Ereignissen Fury Roads ein und erzählt uns die Geschichte der jungen Furiosa (Alyla Browne und Anya Taylor-Joy). Unzählige Kriege um Ressourcen und Macht sowie ein zerstörerischer Atomkrieg haben die Menschheit in die Knie gezwungen und im australischen Outback machen sich gewaltbereite Motorradbanden breit, die bei ihrer Suche nach Treibstoff, Wasser und Nahrung keine Gnade kennen. Mitten im trostlosen Nichts der Wüste gibt es eine kleine Oase. Die Menschen, die dort leben, nennen ihn den „Grünen Ort der vielen Mütter“. Hier wird Furiosa geboren und großgezogen, bis sie eines Tages in die Hände einer Motorradbande gerät. Sie wird dem exzentrischen Warlord Dementus (Chris Hemsworth) übergeben, der sie aber prompt bei Verhandlungen an Warlord und Rivale Immortan Joe übergibt. Um nicht als eine von Immortan Joes „Brüterinnen“ zu enden, deren einzige Aufgabe es ist, Erben zu gebären, versteckt sich Furiosa unter den War Boys, von denen sie alles über das Kämpfen und das Zusammenbauen von Autos und Motorrädern lernt. Doch ihr Weg nach oben in der skrupellosen Hierarchie Immortan Joes ist weder einfach noch ungefährlich und sie hat niemanden, dem sie vertrauen kann. Und dann eröffnet Dementus einen Krieg gegen die anderen Warlords. Ein großer Fehler, denn Furiosa ist bereits auf der Jagd nach dem Mann, der ihr ihre Mutter und ihre Kindheit genommen hat.
Wem Furiosa schon als Imperator und War Rig-Fahrerin bekannt ist, wird hier in den Genuss kommen, mehr über ihre Herkunft und ihren Werdegang zu erfahren. Aber auch Mad Max-Neulinge können sich an diesem Film erfreuen. Es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig, um „Furiosa“ folgen und verstehen zu können. Ganz im Gegenteil, „Furiosa“ bietet deutlich mehr Einblicke in die Welt der „Fury Road“ und der skurrilen Warlords als der erste Teil und leitet elegant in eben jenen Film über. So eignen sich beide Filme auch sehr gut für einen kleinen Filmmarathon an einem verregneten Sonntagnachmittag. Besonders beeindruckend sind wie immer die Actionszenen und die Filmmusik. Tom Holkenborg, besser bekannt als Junkie XL, ist mit dem Untermalen schneller, brandheißer Action voll in seinem Element ist und weiß musikalisch Spannung aufzubauen, die zum Greifen nah ist. Wer sich vom Untertitel „A Mad Max Saga“ verleiten lässt, auf ein Wiedersehen mit Kultfigur Max Rockatansky zu hoffen, wird allerdings enttäuscht. Die Bühne oder eher der Bildschirm gehört ausschließlich Furiosa und ihrer Geschichte.
„Furiosa – a Mad Max Saga“ ist jedenfalls ein Film, den man als Action- und Dystopiefan gesehen haben muss und der mit gewaltigen Bildern, einem starken Soundtrack und einer überraschend tiefen Storyline auftrumpft.
Standort: In der Zentralbibliothek (EG Spielfilm, Action, Signatur Fur).
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Der Fuchs
© Alamode Filmdistribution, 2023
Ein Film-Tipp von Carolin Orthofer
Freundschaften sind essentiell, manchmal sogar überlebenswichtig. Im österreichischen Kriegsfilm „Der Fuchs“ wird dies eindrücklich und berührend erzählt. Die Handlung beginnt etwa Mitte der 1920er-Jahre: der achtjährige Franz wächst in einer kinderreichen, aber bitterarmen Bergbauernfamilie auf. Wegen großer Not wird er von seinem Vater per Vertrag an einen reichen Großbauern übergeben. Die plötzliche Trennung löst in Franz ein schweres Trauma aus, was ihn auch als Erwachsener nicht loslässt. Er bleibt reserviert, wortkarg und kontaktscheu, als er sich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs der Armee anschließt, ist er bei seinen Kameraden ein krasser Außenseiter. Als seine Kompanie nach Frankreich an die Westfront abkommandiert wird, verändert sich einiges für Franz: er findet mitten im Wald ein verletztes Fuchsjunges, dessen Mutter von einer Wildfalle getötet wurde. Er nimmt sich des Tieres an und zieht es mit großer Liebe und Fürsorge auf. Ihre intensive Freundschaft trägt sie durch die Schrecken eines gnadenlosen Vernichtungskrieges. Während die Welt um sie herum in Chaos und Leid versinkt, geben sie sich gegenseitig Halt und Sicherheit. Innige Momente ihrer Beziehung sind im Film wunderbar eingefangen, ohne sentimental oder kitschig zu wirken. Ein insgesamt tief bewegender Film, der getragen wird von seinen grandiosen Darstellern. Dabei allen voran ist Simon Morzé, der seiner Figur Franz durch zurückhaltendes und gleichzeitig intensives Spiel dem Zuschauer Einblicke gibt in eine tief verletzte Seele, die schon zu viel Leid miterleben musste. Noch authentischer wird der Film dadurch, dass Regisseur Adrian Goiginger die Erlebnisse seines Urgroßvaters Franz Streitberger verarbeitet hat. Man spürt in jeder Minute des Films, dass viel Herzblut hineingesteckt wurde und dies hinterlässt, hoffentlich auch bei Ihnen, einen nachhaltigen Eindruck.
Standort: In der Zentralbibliothek (im Erdgeschoss, Spielfilm Drama, Signatur Fuc)
Medien werden auf Wunsch an den Standort Ihrer Wahl transportiert.
Raus aus dem Teich
© Universal Pictures Germany GmbH, 2024
Ein Film-Tipp von Ezra Weige
Im Familienfilm „Raus aus dem Teich“ geht es um die vierköpfige Entenfamilie Mallard. Während Erpel Mack im heimischen Teich glücklich und zufrieden ist, sehnt sich Entenmama Pam nach etwas Neuem. Nachdem Wildenten auf der Durchreise auch die beiden Kinder mit dem Reisefieber anstecken, können sie schließlich ihren Vater überzeugen, den altbekannten Teich Richtung Süden zu verlassen und nach Jamaika zu fliegen. Für die Familie beginnt ein unvergessliches Abenteuer, dem sich zu Macks Unmut auch noch sein alter Onkel Dan anschließt. Die Mallards finden auf ihrer Reise neue Freunde, müssen sich aber auch einigen Herausforderungen stellen und sowohl ihren Mut als auch ihren Zusammenhalt beweisen. Ihr Weg führt sie unter anderem durch New Yorks Betondschungel, wo sie Bekanntschaft mit einer Gruppe Tauben machen und den Papageien Delroy aus den Fängen eines fiesen Koches befreien müssen, um ihren Weg nach Jamaika zu finden.
Die Macher der „Ich – einfach unverbesserlich“-Reihe haben eine federleichte Komödie über das Überwinden von Ängsten und die unendlichen Möglichkeiten der Welt geschaffen, die mit ihren authentischen Figuren die ganze Familie begeistern kann.
Die Animationen sind liebevoll und detailreich gestaltet und der Film bietet bereits visuell ein tolles Erlebnis. Hinzu kommt eine schöne Geschichte mit lockerem Humor, der sich an einigen Stellen hin und wieder auch direkt an die erwachsenen Zuschauer widmet.
Wer sich bereits an Weihnachtsfilmen satt gesehen hat, aber trotzdem eine lockere Komödie für die ganze Familie sucht, sollte auf jeden Fall zugreifen und sich das Abenteuer der Mallards nicht entgehen lassen!
Standort: „Raus aus dem Teich“ finden Sie bei den Spielfilmen in der Jugendbücherei Kassel.
Medien werden auf Wunsch an den Standort Ihrer Wahl transportiert.