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„Vitale Innenstädte“: Kassels City gut aufgestellt

Gute Noten für Kassels Innenstadt: Sie punktet mit einem hervorragenden Einzelhandelsangebot, sehr guter Erreichbarkeit und einer überdurchschnittlichen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

So das Ergebnis der bundesweiten Untersuchung „Vitale Innenstädte“, die das Institut für Handelsforschung Köln im Herbst 2020 durchgeführt hat.

In über hundert deutschen Städten wurden zeitgleich Innenstadtbesucher zu ihren Einkaufsgewohnheiten und der Attraktivität der Innenstadt befragt. Auch in anderen hessischen Städten wie Frankfurt am Main, Fulda und Bebra wurde die mittlerweile vierte Befragung des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH Köln) durchgeführt. In Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg sowie von Kassel Marketing wurde unter der Federführung des Citymanagements der Stadt Kassel von Ende September bis Mitte Oktober 2020 an mehreren Donnerstagen und Samstagen 800 Besucherinnen und Besucher der Kasseler Innenstadt gebeten, jeweils 20 Fragen zu beantworten.

Die Befragung umfasste unter anderem die Analyse der Besucherstruktur, der Wünsche und Anforderungen der Innenstadtbesucherinnen und -besucher, des Einkaufsverhaltens und der zukünftigen Perspektiven.

Hervorragendes Einzelhandelsangebot und gute Erreichbarkeit
Besonders positiv bewertet wurde von den Befragten das Einzelhandelsangebot in der Kasseler City – möglicherweise ein Grund dafür, warum laut Untersuchung in Kassel mehr Menschen die Innenstadt regelmäßig zum Einkaufen aufsuchen als in anderen Städten vergleichbarer Größe. Dabei kaufen rund drei Viertel der Besucher wöchentlich (42,4 Prozent) oder täglich (29,5 Prozent) in der Kasseler City ein, weitere 20,7 Prozent kommen monatlich zum Shoppen. Damit liegt Kassel auch hierbei deutlich über dem Durchschnitt. Das gilt auch für den Anteil der Besucher, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Kasseler Innenstadt kommen – er liegt bei 42,4 Prozent (Ortsgrößendurchschnitt: 33,0 Prozent). Generell wurde die Erreichbarkeit der Kasseler City durchweg positiv beurteilt.

"Kassels Innenstadt als nordhessisches Oberzentrum ist nach wie vor Anziehungspunkt für die Region. Hierbei wird nicht nur das gute Warenangebot wahrgenommen, sondern die Besucherinnen und Besucher fühlen sich auch ein Stück weit sicherer als noch bei der letzten Befragung", erläutert Oberbürgermeister Christian Geselle. Durch die geplante Videoüberwachung in der gesamten Königsstraße soll das Sicherheitsgefühl der Menschen nochmal deutlich gestärkt werden.

"Die vorhergehende Befragung der Gäste wurde noch während der Neugestaltung der Königsstraße durchgeführt. Die positiven Bewertungen bei der aktuellen Umfrage belegen, dass die Einkaufsmeile Kassels und der Friedrichsplatz nach dem Umbau viel an städtebaulicher Qualität gewonnen haben", freut sich Stadtbaurat Christof Nolda. "Die hängende Straßenbeleuchtung, der neue Gastronomie-Pavillon am Friedrichsplatz, die neuen Bäume in der Unteren Königsstraße und am Friedrichsplatz sowie viele weitere Details haben dabei für besonders attraktive Akzente gesorgt und die City deutlich gestärkt."

Shopping in der City – trotz Corona immer noch beliebt
Obwohl die Befragung in den Monaten September und Oktober durchgeführt wurde, fand die Untersuchung im vergangenen Jahr im Zeichen der Corona-Pandemie statt. Das spiegelte sich beispielsweise in den Angaben zum Veranstaltungsangebot wider, das 2020 im Unterschied zu den Vorjahren als eher durchschnittlich bewertet wurde. Erfreulich hingegen waren in diesem Zusammenhang die Antworten zum Online-Einkaufsverhalten: Deutlich weniger Befragte als in anderen Städten gaben an, häufiger online einzukaufen als früher.

"Dass bei uns mehr Menschen als in anderen Städten ‚ihre‘ City zum Shoppen nutzen, ist ein positives Signal und zeigt das Potenzial Kassels als attraktive Einkaufsstadt", sagt hierzu Andreas Bilo, Geschäftsführer der Kassel Marketing GmbH. "Ich bin überzeugt, dass dies trotz Corona auch in Zukunft so bleibt. Ein Beitrag zur Stärkung des Einzelhandels in schwierigen Zeiten ist der neue Kasseler Stadt-Gutschein, der sich schon jetzt großer Beliebtheit erfreut und das Einkaufserlebnis in der City auch für jüngere Menschen zu einer attraktiven Alternative zum Onlineshopping macht."

Anhand der Befragung kann eine Besucher-Strukturanalyse erstellt werden, aus der sich Aussagen über die Stärken und Schwächen der Innenstädte ableiten lassen. Auch über das Shopping-Verhalten in der Innenstadt erhalten die Auftraggeber verwertbare Daten.

"Es ist gut zu sehen, dass das Angebot im Einzelhandel in Kassel branchenübergreifend fast ausschließlich mit gut bewertet wurde. Auch die Gastronomie sowie die Dienstleistungs- und Freizeitangebote werden als sehr positiv wahrgenommen. Als Oberzentrum wird Kassel diesbezüglich zukünftig eine noch wichtigere Rolle für die Region spielen. Corona hat die Innenstädte hart getroffen. Es ist nun eine gemeinschaftliche Aufgabe, die Innenstädte zukunftsfähig aufzustellen, Gutes zu bewahren aber auch mutig zu sein, neue Wege zu gehen und sich den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen", Ulrich Spengler, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer und Bereichsleiter Standortpolitik.

"Wir freuen uns, dass unser Bemühen um ein attraktives und freundliches Einkaufserlebnis so positiv bewertet wurde"; sagt Alexander Wild, Vorsitzender der Citykaufleute. "Gerade ist den Menschen bewusst, wie wichtig eine schöne Innenstadt ist. Die soziale Interaktion, einen Kaffee trinken oder mal schnell was besorgen: Das alles fehlt sehr! Diese Umfrage gibt uns Zuversicht und Mut für die Zukunft. Wir werden uns aber nicht darauf ausruhen und haben schon einen großen Zettel für die Zukunft, um den Besuchern ein noch schöneres Erlebnis zu bieten."

Zum Hintergrund:

Wie sieht die Zukunft der deutschen Innenstädte aus und was wünschen sich Innenstadtbesucher von ihren Stadtzentren? Diese Fragen liegen der bundesweit angelegten Untersuchung "Vitale Innenstädte" zugrunde, die das IFH Köln gemeinsam mit Kooperationspartnern durchführt. In über hundert 100 deutschen Städten aller Größen und Regionen werden zeitgleich Innenstadtbesucher zu ihren Einkaufsgewohnheiten und die Attraktivität der Innenstadt befragt. Die Datenerhebung erfolgte an Donnerstagen und Samstagen von Ende September bis Mitte Oktober 2020 anhand eines einheitlichen Fragebogens.

Mit den beteiligten Kooperationspartnern haben sich die wesentlichen Stakeholder der Innenstadt zusammengetan, um das wichtige Zukunftsthema Innenstadt umfassend beleuchten zu können. Ziel ist es, den Partnern in Handel und Verwaltung dringend benötigte Basisinformationen über die Positionierung ihrer Stadt aus Sicht der Besucherinnen und Besucher als Planungsgrundlage für standortspezifische Maßnahmen liefern zu können. Durch die wiederkehrende Beteiligung ist es möglich, die Veränderungen der Wünsche der Besucherinnen und Besucher frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu verifizieren bzw. anzustoßen. Die Untersuchung liefert sowohl allgemeine Ergebnisse zur Attraktivität von Innenstädten und die Ansprüche der Innenstadtbesucher an die Stadtzentren der Zukunft als auch spezifische Erkenntnisse zu einzelnen deutschen Städten aller Größen und Regionen.

Insgesamt beteiligten sich 107 Städte an der Befragung. Es wurden 57.863 Interviews in den Innenstädten geführt. Mit der Untersuchung "Vitale Innenstädte 2020" nimmt das IFH KÖLN die lokale Standortattraktivität und das lokale Kaufverhalten im Rahmen einer groß angelegten Passantenbefragung in den Blick. Die Untersuchung umfasst u. a: Daten zur Besucherstruktur der Innenstadt, Wünsche und Anforderungen der Innenstadtbesucher, Einkaufsverhalten, Erreichbarkeit, Digitalisierung, Erlebnis, Rolle der Gastronomie und zukünftige Perspektiven. 2020 wurde die Studie ergänzt um die Schwerpunktthemen: Auswirkungen des Coronavirus und Analyse der Visitor Journey.

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