Zusammen - Überall - Für alle
Kassel hat sich auf den Weg gemacht, mit allen Menschen und Organisationen der Kasseler Bildungslandschaft ein Bildungsleitbild zu erarbeiten. Im Rahmen des Bildungsleitbildprozesses lag der Fokus vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Herausforderungen, wie dem globalen Klimawandel oder der fortschreitenden Digitalisierung, insbesondere auf Zukunftskompetenzen. Hierfür wurden in der Kasseler Bildungslandschaft gemeinsam Antworten auf folgende Fragen gefunden: „Was müssen wir lernen? Was wollen wir lernen? Wie wollen wir lernen? Wo wollen wir lernen?“.
Video zum Bildungsleitbildprozess
Der Prozess zur Erarbeitung des Bildungsleitbildes ist am 28. Juni 2024 mit einer Auftaktveranstaltung gestartet. Teilgenommen haben Bildungsakteurinnen und ‐akteure aus den Bereichen der frühkindlichen Bildung bis hin zur Erwachsenenbildung. Entlang dieser Bildungskette hat sich eine Workshopphase angeschlossen, in denen die Akteurinnen und Akteure in einen Verständigungsprozess eingetreten sind. In acht Workshops wurden Ziele, Werte und Stärken für eine gemeinsame Vision von Bildung der Zukunft erarbeitet. Die Ergebnisse aus diesen Workshops wurden, neben weiteren Rückmeldungen, die über Postkarten eingeholt wurden, zum Bildungsleitbild Kassel zusammengeführt. Gemeinsam gefeiert und verabschiedet wurde das Bildungsleitbild im Juni 2025. Das Bildungsleitbild dient in Zukunft als gemeinsamer Orientierungsrahmen, auf den sich alle Bildungsakteurinnen und ‐akteure beziehen können.
Bildungsleitbild der Stadt Kassel
Visionspuzzle und Gruppenfotos aus den Workshops
Dokumentation der Bildungskonferenzen
Verabschiedung und Feier des Bildungsleitbildes – Bildungskonferenz vom 24. Juni 2025
Fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Bildungskonferenz zum Auftakt des Bildungsleitbildprozesses in 2024 fand am 24. Juni 2025 im Bürgersaal des Rathauses Kassel die Bildungskonferenz zur feierlichen Verabschiedung des neuen Bildungsleitbilds „Kassel – Zusammen. Überall. Für alle.“ statt. Eingeladen waren Bildungsakteurinnen und -akteure aus allen Bildungsbereichen – von der frühkindlichen Bildung bis zur Erwachsenenbildung. Organisiert und inhaltlich vorbereitet wurde die Veranstaltung vom Team „Bildungskommunen“ in der Abteilung Bildungsmanagement und -planung des Amtes für Schule und Bildung der Stadt Kassel. Tanja und Paula Föhr von der Föhr Agentur für nachhaltige Innovationskulturen moderierten die Veranstaltung.
Begrüßung und Einführung
In ihrer Begrüßung hob Bürgermeisterin und Bildungsdezernentin Nicole Maisch die Bedeutung dieses Tages für die Kasseler Bildungslandschaft hervor. Sie stellte das Leitbild als Ergebnis eines intensiven Beteiligungsprozesses vor, der seit März 2024 unter dem Motto #KasselbildetZukunft durchgeführt wurde. In acht Workshops sowie einer kreativen Postkartenaktion hatten sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft eingebracht. Das daraus entstandene Leitbild verbindet alle Bildungsbereiche in einer gemeinsamen Vision für eine zukunftsfähige Bildung und Bildungslandschaft in Kassel. Die politische Verabschiedung steht als nächster Schritt bevor. Frau Maisch dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und lud dazu ein, das Erreichte gebührend zu feiern.
Bewegte Begegnung: Schneeballschlacht mit Mutmachsprüchen
wurde durch eine kreative Aktion ermöglicht: Alle Teilnehmenden notierten einen persönlichen „Mutmachspruch“, wie das Bildungsleitbild in der Praxis lebendig werden kann. Diese Zettel wurden anschließend im Raum umhergeworfen, getauscht und in kleinen Gruppen besprochen. Die so entstandenen Impulse wurden im Rathaus aufgehangen und konnten nach der Konferenz mitgenommen werden.
Rückblick auf den Prozess und Ausblick auf die Umsetzung
In kurzen „Blitzlichtern“ berichteten Beteiligte aus den Workshops von ihren Erfahrungen. Sie betonten den wertschätzenden, motivierenden Prozess, die gute Zusammenarbeit und wie viel durch das gemeinsame Arbeiten gelernt werden konnte. Auch das Team Bildungskommunen blickte positiv zurück und hob hervor, dass die Atmosphäre von Offenheit, Austausch und Lernfreude geprägt war – beste Voraussetzungen für die Umsetzung des Leitbilds.
Anschließend stellten Boris Reichenbach (Amtsleitung des Amtes für Schule und Bildung) und Katja Schöne (Leitung der Abteilung Bildungsmanagement und -planung) das Bildungsleitbild anhand ausgewählter Inhalte und Schwerpunkte vor.
Vom Leitbild zur gelebten Praxis
In der anschließenden Workshop-Phase beschäftigten sich die Teilnehmenden aktiv mit dem Leitbild. Unter der Frage „Wo sind wir schon auf dem Weg?“ wurden viele vorhandene Stärken identifiziert – darunter bestehende Netzwerke, gelungene Kooperationen, engagierte Teams, vielfältige Bildungsorte und gelebte Mitbestimmung, etwa durch Kinderparlamente an den Schulen oder das neue Jugendgremium der Stadt Kassel. Das Bildungsleitbild wurde als bedeutender Meilenstein gewürdigt, der diese Entwicklungen bündelt, sichtbar macht und mit einer gemeinsamen Vision für eine hochwertige und zukunftsfähige Bildung Orientierung für die Kasseler Bildungslandschaft schafft.
Auf die Frage „Wo werde ich wirksam – und mit wem?“ wurde deutlich, dass das Leitbild neue Chancen zur Kooperation eröffnet, stadtteilübergreifende Vernetzungen fördert und Synergien sichtbar macht. Der gemeinsame Tenor lautete: „Zusammen gestalten wir mehr.“
Abschluss und Ausblick
Zum Abschluss der Konferenz unterstrich Bürgermeisterin Nicole Maisch: Mit dem Bildungsleitbild sei ein wichtiger Meilenstein erreicht – doch die eigentliche Aufgabe beginne jetzt: das Leitbild im Alltag mit Leben zu füllen. Der partizipative Prozess habe nicht nur ein Leitdokument hervorgebracht, sondern auch neue Dialoge und Beziehungen gestiftet. Das Leitbild soll als Kompass dienen, Impulse setzen und zur Reflexion anregen. Alle Bildungsakteurinnen und -akteure wurden dazu ermutigt, es aktiv in ihre Arbeit zu integrieren. Mit einem herzlichen Dankeschön endete die Veranstaltung – und bei einem Glas alkoholfreien Sekts wurde gemeinsam auf das neue Leitbild angestoßen.
Einen originellen musikalischen Rahmen bot das Duo Verena Bandulewitz und Max Remmert, die das Bildungsleitbild in einem eigens dafür komponierten Song umgesetzt hatten, der zu Beginn und zum Abschluss der Veranstaltung live auf Gitarre und Keyboard präsentiert wurde.
Auftaktveranstaltung zum Bildungsleitbildprozess - Bildungskonferenz vom 28. Juni 2024
Die Auftaktveranstaltung zum partizipativen Bildungsleitbildprozess der Stadt Kassel mit Bildungsakteurinnen und -akteuren von der frühkindlichen Bildung bis zur Erwachsenenbildung fand am 28. Juni 2024 in den Räumlichkeiten des Hallenbad Ost in der Leipziger Straße 99 in Kassel statt. Inhaltlich vorbereitet und organisiert wurde sie durch das Team „Bildungskommunen“ in der Abteilung Bildungsmanagement und -planung des Amtes für Schule und Bildung im Dezernat V Jugend, Gesundheit, Bildung und Chancengleichheit der Stadt Kassel. Die Moderation übernahm Irene Fink | Coaching & Facilitation.
Im Rahmen des Bildungsleitbildprozesses lagder Fokus vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Herausforderungen, wie dem globalen Klimawandel oder der fortschreitenden Digitalisierung, insbesondere auf Zukunftskompetenzen. Hierfür sollen in der Kasseler Bildungslandschaft gemeinsam Antworten auf folgende Fragen gefunden werden: „Was müssen wir lernen? Was wollen wir lernen? Wie wollen wir lernen? Wo wollen wir lernen?“.
In ihrer Begrüßung betonte Bürgermeisterin und Bildungsdezernentin Nicole Maisch den Nutzen eines Bildungsleitbildes: es ermöglicht eine koordinierte und ganzheitliche Herangehensweise an Bildungsfragen, die über einzelne Schulen oder Bildungseinrichtungen hinausgehen. Bildungsziele können besser aufeinander abgestimmt und langfristige Entwicklungsziele definiert werden. Hierfür braucht es ein gemeinsames Verständnis von Bildung der Zukunft, welches durch den Bildungsleitbildprozess partizipativ erarbeitet wird.
Die Auftaktveranstaltung startete inhaltlich mit dem Vortrag von Prof. Dr. Mandy Singer‐Brodowski, Professorin für Bildung für nachhaltige Entwicklung an der Universität Regensburg. Unter dem Titel: „Offen für Zukunft? Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse gestalten“ sprach sie über die Bedeutung und Herausforderungen von Nachhaltigkeit in ganzheitlichen Bildungskonzepten. Für den Bildungsleitbildprozess in Kassel gab sie zwei Reisetipps mit: Zum einen gehe es darum anzuerkennen, mit welchen Emotionen Lernende in die Bildungsangebote kommen und deren Unsicherheiten und Ängsten Raum zu geben. Dazu gehöre auch, die Kompetenzen der Multiplikatoren und Multiplikatorinnen für emotionssensible Bildung für nachhaltige Entwicklung zu schulen. Des Weiteren warb sie für eine offene Diskussion über Bildung für nachhaltige Entwicklung und soziale Ungleichheit. Sie plädierte dafür, Nachhaltigkeit nicht durch "einfache" Lösungen zu adressieren, sondern dass demokratische Aushandlungsprozesse und Beteiligungsformate in den Mittelpunkt von Bildung für nachhaltige Entwicklung gestellt werden. Hierzu müssen Bildungseinrichtungen als Orte der demokratischen Kultur etabliert werden. Für die kommunale Gestaltung gilt es, langfristige Kooperationen zu ermöglichen und eine kontinuierliche Vernetzung zu fördern.
Der zweite Vortrag „Von hohen Erwartungen und unerwarteten Erfolgen - Zukunftsbildung aus Perspektive der Bildungslandschaftsforschung“ wurde von Dr. Anika Duveneck, wissenschaftliche Mitarbeiterin der FU Berlin, gehalten. Sie thematisierte insbesondere die Relevanz von kommunalen Bildungslandschaften für eine Modernisierung des deutschen Bildungssystems. Auf Grundlage ihrer Erfahrungen aus der „Lernenden Stadt Gelsenkirchen“ zeigte sie, warum zukunftsfähige Bildung ambitionierte Leitbilder braucht, aber die Beteiligten ihren Erfolg nicht nur an deren Umsetzung messen sollten. Anhand des „Hype Cycle“ erklärte Anika Duveneck, in welchen Phasen der Aufmerksamkeit die Einführung einer Innovation oder auch eines Prozesses verlaufen kann. Die Herausforderung sei, unterschiedliche Systeme, die auf ihren eigenen Logiken beruhen, aufeinander zu beziehen. Denn: auch, wenn alle Beteiligten gemeinsame Ziele verfolgen und inhaltlich nah beieinander liegen, ist die Gestaltung von Zusammenarbeit ein anspruchsvoller aktiver Prozess. Daher gilt es, auch Lern- und Verständnisprozesse in den Blick zu nehmen, die unverzichtbare Voraussetzungen für Zusammenarbeit darstellen. Durch diese Lern- und Verständnisprozesse entstehen „unerwartete“ Erfolge wie informelle Kontakte, Kooperationsanlässe und Schnittstellen.
Im Anschluss konnten die Bildungsakteurinnen und -akteure sich in Form eines Gallery Walks zu ihren Ideen und Impulsen zu den Vorträgen sowie zum Bildungsleitbildprozess austauschen. Hierzu wurden Fragen vorbereitet zur Gesprächsanregung und Auseinandersetzung mit den Vorträgen (unterstützt durch Thesen aus den beiden Vorträgen) und dem Prozess vorbereitet. Die Fragen bezogen sich sowohl auf die Vergangenheit (Was wollen wir hinter uns lassen?) als auch auf die Zukunft (Was wollen wir anders machen?). Hier wurde deutlich, dass der Fokus der Bildungsakteurinnen und -akteure auf Zusammenarbeit, Kooperationen und Synergien als Ziele des Prozesses zu einem Bildungsleitbild liegt.
Die Veranstaltung endete mit einem Ausblick durch die Projektleiterin und Abteilungsleiterin Katja Schöne: Die Auftaktveranstaltung bildet erst den Anfang des Bildungsleitbildprozesses – dieser geht nach den Sommerferien weiter. Ab September 2024 werden Workshops stattfinden, zu denen sich die Bildungsakteure und -akteurinnen anmelden können, um dort gemeinsam an dem Bildungsleitbild in Kassel zu arbeiten. Hierbei wird es vier unterschiedliche Gruppen entlang der Bildungskette geben, diese werden mit Moderation und Graphic Recording von Tanja Föhr und Paula Föhr (Föhr – Agentur für nachhaltige Innovationskulturen) begleitet. Die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung fließen in die Gestaltung der Workshops ein.
Werkstattgespräch vom 01. März 2024
Am 01. März 2024 hat ein Werkstattgespräch stattgefunden, um erste Ideen und Impulse zum Thema Bildungsleitbild zu sammeln. Um die Teilnehmenden einzustimmen und für aktuelle Herausforderungen zu sensibilisieren, gab es zunächst ein kurzes moderiertes Gespräch mit Projektleiterin Katja Schöne sowie einen Impulsvortrag aus der Praxis. So berichtete Ingeborg Groebel vom Bildungsbüro Wiesbaden über den Leitbildprozess in Wiesbaden, um praxisnahe Einblicke zu ermöglichen sowie Chancen und Herausforderungen aufzuzeigen. Ein positiver „Nebeneffekt“ des Prozesses in Wiesbaden war zudem, dass „die gemeinsame Erarbeitung eines Bildungsleitbildes die Vielfältigkeit der lokalen Bildungsangebote aufzeigte. Der Prozess hin zu einem Leitbild führte dazu, dass die Akteurinnen und Akteure sich zum ersten Mal als Teil einer gemeinsamen Bildungslandschaft wahrgenommen haben“, so Groebel.
Anschließend begann für alle Teilnehmenden eine Workshopphase in Form eines „World Café“, in der sie sich rege über erste Impulse zur Funktion eines Bildungleitbildes für Kassel austauschten. In Kleingruppen wurde zu verschiedenen Fragen diskutiert, wie der Prozess selbst oder auch das zukünftige Leitbild gestaltet werden sollten. Unter anderem erhoffen sich die Teilnehmenden durch den Prozess und das Leitbild eine stärkere Vernetzung der Akteurinnen und Akteure untereinander. Für den Prozess selbst wünschen sie sich eine Begegnung auf Augenhöhe.