Sara Nussbaum Zentrum für jüdisches Leben

Lebendiger Ort für jüdische Kultur und Geschichte

Dauerausstellung "Juden in Kassel" neu gestaltet

Am 26. März 2026 wird um 19 Uhr die überarbeitete Dauerausstellung zur über 700-jährigen Geschichte der Jüdinnen und Juden in Kassel im Sara Nussbaum Zentrum eröffnet. Die Ausstellung zeichnet die Geschichte jüdischen Lebens in der Stadt nach – von religiösen Traditionen und Alltag über gesellschaftliches Engagement bis hin zu Verfolgung und Shoah – und richtet gleichzeitig den Blick auf die Gegenwart.

Was ist in der Ausstellung zu sehen?

Im Mittelpunkt steht die Frage, was jüdische Identität heute ausmacht. Jüdische Identität ist ein Balanceakt zwischen Sichtbarkeit, Sicherheit, Teilhabe, Mitgestaltung und Erinnerung, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Zuschreibungen.

Mit persönlichen Geschichten, aktuellen Stimmen und historischen Zeugnissen zeigt die Ausstellung, wie vielfältig jüdisches Leben heute ist und wie es sich in die Gesellschaft einbringt, ohne die eigene Geschichte zu vergessen. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, diese Entwicklung nachzuvollziehen, über Fragen von Identität und Zugehörigkeit ins Gespräch zu kommen und die lebendige Gegenwart jüdischen Lebens in Kassel zu entdecken.

Text auf der Tafel: Das nächste Jahr im wiederaufgebauten Jerusalem, „Tarbut“ Schule Kassel

displaced at home

Neben der Dauerausstellung ist außerdem noch die Sonderausstellung displaced at home – ein ort, den man zuhause nennt zu sehen. Die Ausstellung zum jüdischen Leben im 20. Jahrhundert in Kassel erkundet das Konzept der „Heimat“, mithilfe der Geschichten jüdischer Menschen in Kassel vor, während und nach der Shoa. 

Die Ausstellung beginnt mit der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, und zeigt Exponate einer integrierten, respektierten jüdischen Gemeinde in Kassel. Der zunehmende Antisemitismus, als auch die Flucht und Deportation jüdischer Menschen in der Stadt und Umgebung werden vorgestellt.

Auch die jüdische Widerstandserfahrungen sind elementarer Teil der Ausstellung: Besonders die US‐Einheiten der Ritchie Boys und Monuments Men bestanden zu einem großen Teil aus jüdischen Soldaten. Den Abschluss der Ausstellung bilden Interviews mit ehemaligen jüdischen Einwohnern Kassels, die während des Holocausts geflohen sind und 2000 für die Einweihung der neuen Synagoge zurück nach Kassel kamen.

Über das Sara Nussbaum Zentrum

Das  Sara Nussbaum Zentrum ist ein lebendiger Ort für jüdische Kultur und Geschichte in Kassel und steht allen Menschen offen. Das Kultur- und Ausstellungshaus bietet 350 Quadratmeter Raum für Wechselausstellungen, eine Dauerausstellung und für ein Veranstaltungs- und Bildungsprogramm mit Vorträgen, Diskussionen, Konzerten und Workshops.

Angebote für Gruppen

Für die Dauer- und Wechselausstellungen können Gruppen mit mindestens fünf und maximal 20 Personen von Montag bis Freitag individuelle Führungen buchen. Eine rechtzeitige Reservierung ist erforderlich. Die Kosten betragen 2 Euro pro Person für Erwachsene und 1 Euro pro Person für Kinder und Jugendliche. 

Sara Nussbaum Zentrum für jüdisches Leben

Ludwig-Mond-Haus