Verleihung des Landespreis Baukultur
Der Umbau des Hochbunkers Agathof in Bettenhausen wurde mit dem Hessischen Landespreis Baukultur ausgezeichnet. Das Projekt zeigt, wie kreative Umnutzung und nachhaltiges Bauen zusammengehen – und wie aus einem ehemaligen Schutzraum ein offener Ort für Kultur und Gemeinschaft entstehen kann. Weitere Informationen gibt es in der Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum (Öffnet in einem neuen Tab).
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtteilzentrum Agathof e.V. und dem Spielplatz Großalmeroder Straße liegt der Hochbunker Agathof, welcher bis Herbst 2020 als Lagerfläche und Bandprobenraum genutzt wurde. Dieses wird sich ab 2026 ändern. Geplant ist, die kulturelle Nutzung des Hochbunkers zu festigen und zu verstetigen sowie die zukünftigen Räumlichkeiten für weitere Interessensgruppen aus dem Stadtteil zu öffnen.
Ziele und Nutzungskonzept
Durch die Umnutzung des Hochbunkers Agathof soll die traditionsreiche kulturelle Vergangenheit der letzten Jahrzehnte belebt und gestärkt werden. Im Bunker werden die Vereine Kulturfabrik Salzmann e.V., Klangkeller e.V. und tanz*werk e.V. ihre neue Heimat finden und hier einen Ort mit Jugend‐ und Kulturarbeit, Konzerte, Theater Tanz und Lesungen bespielen. Dabei sollen Räume für Veranstaltungen unterschiedlicher Ausrichtung, auch in Verbindung mit dem Stadtteilzentrum, geschaffen werden. Hauptgegenstand des Nutzungskonzeptes ist ein vielseitig nutzbarer Bühnenraum mit Atrium, der räumlich und inhaltlich auch für Veranstaltungen im Stadtteil sowie für die Jugendkulturarbeit der Vereine einen wichtigen Mittelpunkt bilden soll. Außerdem gibt es Räume für Kreativworkshops, für ein Ton‐ und Aufnahmestudio sowie einen Probenraum mit Tanzboden. Zusätzlich sind Büro‐ und Projekträume für die Vereinsarbeit eingeplant. Mit den Nutzenden wurden in einem moderierten Prozess die Grundrisse und das Raumnutzungskonzept final abgestimmt.
Die Hauptnutzenden sollen sich weitestgehend autark um die Nutzung und Auslastung des Raumangebotes kümmern. Sie sind derzeit an anderen, suboptimalen Standorten im Stadtgebiet ansässig und mussten in den vergangenen Jahren mehrfach den Standort wechseln, da ihnen keine langfristige Nutzungsperspektive gegeben wurde. Im Hochbunker Agathof können sie nun dauerhaft und in einem größeren Raumprogramm ihr pädagogisches und kulturelles Kreativangebot erweitern und tragen somit zur sozialen Stabilisierung im Stadtteil bei. Ziel ist, allen Nutzenden des Stadtteils und des Kasseler Ostens musikalische, kulturelle und stadtteilbezogene Kreativangebote anzubieten.
Baumaßnahme
Für die Umnutzung wurden Öffnungen in die 1,5 Meter dicken Wände gesägt, Decken herausgebrochen, die ursprünglich sehr kleinteilige Struktur im Inneren aufgeweitet und ein neues Dach mit lichtdurchfluteten Räumen aufgesetzt.
Im Kontext der Hochbaumaßnahme rückt auch der Garten zwischen dem Hochbunker und dem benachbarten Stadtteilzentrum in den Fokus. Diese Freifläche wird umgestaltet, weil hier zum einen der neue Eingang in den Bunker angelegt, zum anderen für den Schutz der Nachbarschaft und die Schaffung einer intimen Hofatmosphäre ein Pavillon zwischen beiden Gebäuden errichtet wird. Die prägende Linde bleibt erhalten und wird weiterhin den Innenhof beschatten.
Mit der Planung und Bauleitung sind crepD Architekten aus Kassel beauftragt. Das Projekt wird baulich Anfang 2026 abgeschlossen. Danach ziehen und richten sich die neuen Nutzerinnen und Nutzer ein. Mit der Aufnahme des Spielbetriebs bzw. der Angebote wird ab Sommer 2026 gerechnet.
Förderung
Das Projekt wird aus dem Bund‐Länder‐Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ sowie aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE gefördert.